Quantified Self: Vermessenes Ich

„Selbstoptimierung“, „Effizienzsteigerung“ und „Selbstmanagement“ – Krankheiten der Moderne? Mein „Play-Store“ offeriert mir hunderte von Apps, die diese Etiketten tragen. Ein Plus an Kontrolle über meinen Körper, meine Zeiteinteilung und alltägliche Aufgaben? Warum eigentlich (nicht)?

 Der Geist ist willig … (Mt 26,41)
„Feels like the world was on my shoulders“ singt mir Elayna Boyton um 06:00 Uhr ins Ohr. Ich schnüre meine Joggingschuhe zu und befestige umständlich mein Smartphone an meinem Arm. Nur noch eben das Runtastic-Programm starten. Die Pro-Version. Ja, ich möchte Bluetooth aktivieren. Mein neuestes Spielzeug, der Bluetooth-Pulsmesser, sitzt. GPS – läuft. Ob meine Freunde mich via „Livetracking“ beim Laufen begleiten sollen? Meine Freunde schlafen um 06:00 Uhr noch! Dann übernimmt Runtastic eben die Motivation: „Pulsbereich 1“, das entspricht dem Anfängergrad. Durchatmen, das Programm weiß es nicht besser zu honorieren, dass ich so früh aufgestanden bin, um bereits um diese Uhrzeit wichtige Körperdaten zu erheben: Schnelligkeit (in Minute/km),  Herzfrequenz und Kalorienverbrauch. „Quantified Self: Vermessenes Ich“ weiterlesen